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Servus mitnander,

wer sich schon darüber aufregt, dass bei der Bahn nichts funktioniert, sollte mal ein Zeitungsabo abschließen. Da funktioniert genauso wenig. Immer öfter hapert es am Zusteller. Im ersatzweise aufgestellten Abholkasten gähnt einem spätestens ab neun Uhr die Leere entgegen. Und wenn es dann doch einmal eine Zeitung in den Briefkasten schafft, ist es eine Notausgabe. Dafür sind dann nicht immer nur die aktuellen Warnstreiks verantwortlich, sondern auch der blinde Fortschrittsglaube mancher Verlegerinnen. Da muss nur einer „KI“ rufen und schon wird ein neues Redaktionssystem angeschafft, das dann allerdings im „Altland“ schwächelt, in der Zeitung komische Durchschüsse, unlesbare Bildtexte und andere Seltsamkeiten produziert oder gleich ganz die Arbeit einstellt. Heute erscheint die Zeitung übrigens nicht, weil wir den Leib Christi feiern sollen.

Hoffentlich habt ihr noch ein paar Minuten für die Frankennews übrig Euer Peter Viebig

Weckruf

Einiges funktioniert bei der Bahn immerhin doch. In Bayreuth trötete ein Zughorn sogar fast 30 Minuten lang. Allerdings nachts um drei, weshalb laut Kurier „halb Bayreuth“ um den Schlaf gebracht wurde.

Einst ruhmreich

Wenn man, wie etwa die Nürnberger Bürgermeister, vorwiegend damit beschäftigt ist, seinen Bulmers in irgendwelche Kameras zu halten, dann bekommt man natürlich nicht mit, wie sich die Stadt losermäßig an ihrem Fußballclub orientiert. Wie gut wenn man da ein Stadtforschungsamt hat, das man mit einer Bürgerbefragung beauftragen kann.

Oweh, kein OB!

Schuld an derartigem Bürgermeisterverhalten sind aber auch Leute wie der Würzburger Marathonlaufveranstalter, der bei seinem Lokalbläddla rumheulte, weil ihm der OB seinen Grinsschädel vorenthalten hat.

Heimlicher Promibesuch

Hundert Kilometer entfernt heult hingegen das Lokalbläddla rum, dass sich der US-Schauspieler Russell Crowe nicht gemeldet hat, als er in Nürnberg das Justizgebäude besuchte. Nun, wenn man bei X 2,8 Millionen Follower hat, dann steigt man halt nicht hinab in die Niederungen der Medienlandschaft.

Lodda mit Weggla

Dafür weiß der Wirt der Herzogenauracher Heimkantine noch, was sich gehört. Brav informierte er den Fränkischen Tag darüber, dass Lodda bei ihm ein Bratwurstweggla gegessen hat.

Klicks mit Bier

Das „Premium-Nachrichtenportal“ brilliert wieder mal mit Qualitätsjournalismus. Diesmal anlässlich der Fußball-EM mit einer „Meisterschaft der Brauereien“. Wer aber denkt, das sei was Sportliches oder es gehe darum, welcher Brauer als letztes vom Stuhl kippt, der irrt. Es sollen bloß Klicks generiert werden.

Der Ruf des Berches

Die Erlanger Bergkirchweih verlief diesmal ruhiger als sonst. Abgesehen vielleicht von den zwei Knalltüten, die, wie ein paar Ungeistesverwandte auf Sylt, auf den falschen TikTok-Kanälen unterwegs sind. Vielleicht spielte es auch eine Rolle, dass mancher erst gar nicht dem Ruf des Berches folgte, nachdem ihm die Webseite berch.info aufgezeigt hatte, wie er sein Geld zielgerichteter einsetzen kann.

Worte und Taten

Wenn es allgemein gegen Rechts geht, ist der Bayerische Rundfunk gern mit den üblichen Phrasen (deutliches Zeichen setzen) dabei. Selber aktiv wird er hingegen nicht. Einen AfD-Kandidaten, gegen den wegen Geldwäsche und Bestechlichkeit ermittelt wird und der in München offenbar nur eine Scheinadresse besitzt, ausladen? Das müssen die Rechten schon von sich aus erledigen.

Vollgelaufen

Auf größere Wassermengen wie vorletzte Woche ist Nürnberg nicht vorbereitet. Doch statt in mehr Grünflächen, die das Wasser aufsaugen, investiert man lieber in enen Autobahntunnel, der dann auch noch voll läuft.

Vize-Langweiler

Dass die Versuche Nürnbergs, Regierungssitz von Mittelfranken zu werden, jedesmal gescheitert sind, stellt sich mittlerweile als Segen heraus. Während Nürnberg nämlich nur „langweilig“ ist, hat sich die „Beamtenstadt“ Ansbach mittlerweile das Attribut „superlangweilig“ erarbeitet.

Ersatz-Scheitern

Sollte das mit der StUB schon am übernächsten Sonntag in die Hose gehen, hat Erlangen immerhin noch ein anderes Bauprojekt, an dem sich Dysfunktionalität demonstrieren lässt: das Parkhaus am Bahnhof. Nachdem da nichts klappte, wurde der Abrissfirma gekündigt. Die klagt nun ihrerseits gegen die Stadt Erlangen.

Wenns ums Auto geht

In Oberkotzau will man sich hingegen nicht durch einen neuerlichen Bürgerentscheid sein Großprojekt gefährden lassen. Trotz einer Kostensteigerung um das Vierfache wird die Umgehungsstraße durchgezogen.

Absetzbewegungen

Das Nürnberger Staatstheater beweist: Es sind nicht immer nur die Ratten, die das sinkende Schiff verlassen.

Strafe für Umweltschweine

Wer innerhalb Deutschlands mit dem Flugzeug unterwegs ist, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, eine Umweltsau zu sein. Die Nürnberger Nachrichten halten ihn zudem noch für blöd genug, ein Abo abzuschließen, um herauszufinden, welche „norddeutsche Großstadt“ das sein könnte, die Eurowings neuerdings anfliegt. Ich gebe euch mal einen Tipp: Fängt mit Ham an und hört mit Burg auf.

Verborgene Schönheit

Dass Schweinfurt die schönste Stadt Bayerns sein soll, darauf wären die meisten dagegen wohl nicht gekommen. Aber Schönheit liegt halt auch im Auge des Betrachters

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