Fürth zeigt Nürnberg und Erlangen, wie es geht

Servus mitnander,
die Zeitzeugen, die – wie ich – noch im Nürnberger Volksbad (mit Styroporgürtel an der Angel) das Schwimmen gelernt haben, sterben auch langsam aus. Dass sich dessen Sanierung sowohl bei den Kosten als auch bei der Bauzeit mittlerweile in die Kategorie „Stuttgart 21“ eingliedert, ist zwar bedauerlich, aber vielleicht wenigstens lehrreich. Weil die Stadt spaern musste, wurde das Bad 1994 stillgelegt. Vor zehn Jahren hatte man – auch dank des Freistaates – plötzlich wieder Geld. Das ist vorbei. Jetzt fragt man sich: Wozu das Ganze? Für uns aussterbende Nostalgiker? Lasst mal stecken! Ach so, inzwischen gilt ja eh eine Haushaltssperre.
Falls ihr also irgendwann wieder Geld übrig haben solltet, baut schneller, sonst fehlt es am Ende an Kohle und Akzeptanz, rät euer Peter Viebig
Schule kaputt
Weitaus dringlicher ist aktuell der Sanierungsbedarf in der Friedrich-Staedtler-Schule in Nürnberg-Neunhof. Wegen der Folgen des Starkregens am Wochenende ist das Gebäude – wahrscheinlich auch im kommenden Schuljahr – nicht mehr nutzbar.
Braupionierin
Ein Neunhof gibt es auch bei Lauf, sogar mit einer eigenen Brauerei. Die wird von einer Frau geführt, was die für sowas empfängliche taz mit einem längeren Porträt würdigt.
Zwischen Erhabenheit und Abgrund
Zum Festspieljubiläum wird in Bayreuth gerade nationale Selbstreflexion betrieben. Demnach schlummert in uns Staatsangehörigen ein „innerer Wagner“, den wir jetzt suchen sollen. Doch, was tun, wenn wir ihn gefunden haben? Ausmerzen?
No Money, no Handshake
Der eigentliche Festspielaufreger war für die Frankenpost aber die Änderung im Begrüßungsprotokoll. Demnach durfte nicht mehr OB Andreas Zippel als erster den edel gewandeten Promis die Hand schütteln, sondern Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Wer nicht mal Geld für die Festmeile hat, muss sich halt hinten einreihen.
Privatisierter Reichtum
Die Stadt Erlangen geht zwar finanziell am Krückstock und will deshalb eine Zweitwohnungssteuer einführen. Dafür belegen ihre Einwohner deutschlandweit den Spitzenplatz bei den Durchschnittseinkommen.
Tu felix Furthum
Und Fürth? Dort verdienen die Einwohner zwar durchschnittlich weniger, dafür kann die Stadt mit einem Haushaltsüberschuss aufwarten und Schulden abbauen. Erlangen und Nürnberg können da nur neidisch aus der Wäsche gucken.
Künftig profan
Die Andreaskirche im Würzburger Stadtteil Sanderau ist am Sonntag feierlich „profanisiert“ worden. Sie wird in eine Sporthalle umgewandelt.
Killerinsekten
Im Sommer wird es nicht bloß aufgrund der Temperaturen, sondern auch aufgrund der Nachrichtenlage gerne tierisch. Aktuell sind invasive Arten dran. Am Hasenbuck in Nürnberg treibt offenbar die Große Drüsenameise ihr Unwesen. In Langenzenn verbreitet hingegen die Asiatische Hornisse Angst und Schrecken.