Glasgefasel – Der Franke als Wachstumshindernis

Servus mitnander,
sich über die Bahn aufregen war gestern. Die neue Zugverspätung heißt Glasfaserausbau. Das ist nun offensichtlich auch zu unseren Lokalbläddla vorgedrungen. Gleich drei Artikel haben die Nürnberger Nachrichten jüngst dem Thema gewidmet. Immerhin haben sie nicht einfach eine Verlautbarung abgeschrieben, sondern ein bisschen recherchiert, sind dabei allerdings auch nur der Telekom-Pressestelle auf den Leim gegangen. Die hat aber nur ein Interesse, die Telekom-Fassade rein zu halten und das Geschäft nicht zu gefährden. Da ist dann halt der Kunde schuld, wenn er auf die diversen Subunternehmer reinfällt. Dass dieser Kunde dann trotzdem oft genug noch versucht, seinen Ärger beim Oberunternehmen loszuwerden, belegt, dass die Telekom ihre Beschwerdekanäle mittlerweile weitgehend dichtgemacht hat. Die Beschwerden landen dann aber halt beispielsweise bei der Gewerkschaft, die angesichts des Fiaskos nun sogar erwähnen muss, es gebe auch Glasfaserbaustellen, auf denen sauber gearbeitet wird,
Bevor ich mich hier noch in Rage schreibe, schnell zum Wichtigen aus Franken, euer Peter Viebig
Führungskrise
Der Kulturbetrieb in Franken hat Probleme mit seinem Führungspersonal. Gerade erst musste der Intendant der Nürnberger Symphoniker gehen. Jetzt wurde die Bayreuther Kulturreferentin freigestellt und am Fürther Stadttheater wünschen sich nicht wenige Mitarbeiter Ähnliches bei ihrer Intendantin. Am Germanischen Nationalmuseum gehen Führungskräfte dagegen freiwillig.
Informieren bis die Schwarte kracht
Offenbar treibt die Betonköpfe im Nürnberger Stadtrat die Angst um, dem Ausbau des Frankenschnellwegs könnte beim Bürgerentscheid am 28. Juni der Stecker gezogen werden. Deshalb haben sie jetzt den Antrag gestellt, die Stadtverwaltung möge ihre Bürger so lange „informieren“, bis sie dafür stimmen, das Trauerspiel fortzusetzen.
Wachstumshindernis
Die Schwan-Stabilo-Gruppe in Heroldsberg hat sich ihren neuen Chef aus Italien geholt. Der hat schon einmal die fränkische Bassd-Scho-Mentalität als Wachstumshindernis ausgemacht. Stai zitto, chiacchierone!
Leicht zu erfreuen
Offenbar mangels anderer Profilierungsmöglichkeiten hat der neue CSU-OB von Aschaffenburg bestimmt, keine Regenbogenfahnen mehr an städtischen Masten zu hissen. Vom Wähler wird sowas offensichtlich auch noch goutiert.
…und plötzlich kommt ein Lichtlein her
Gerade habe ich hier noch einen Abgesang auf den fränkischen Fußball formuliert, da ist schon wieder Gegenteiliges angesagt. Die Würzburger Kickers sind zurück im Profifußball. Das haben sie übrigens dem einst Ruhmreichen zu verdanken, dessen zweite Mannschaft mit einem Aufstiegsverzicht dafür erst die Voraussetzungen schuf.
Pilger in Erlangen
Obwohl Geert Ryke Hamer mehrfach wegen Betrugs verurteilt wurde und seine „germanischen“ Krebstherapien offensichtlich erfolglos waren, pilgern immer noch Anhänger des „Wunderheilers“ an dessen Grab auf dem Erlanger Westfriedhof.
Völlig losgelöst
Unsere Ebelsbacher Ministerin will am BAFöG sparen. Studenten könnten schließlich nebenher jobben oder, wie sie, ein Stipendium der Hanns-Seidel-Stiftung beantragen (dafür wäre es freilich hilfreich, Tochter eines CSU-Bürgermeisters zu sein). Gleichzeitig hegt sie einen „kosmischen Traum“. Demnach würde sie gerne als Astronautin zum Mond fliegen. Nur zu, möchte man da sagen.
Lebenszeichen
Eine mittelbekannte Schwabacher Schauspielerin hingegen hat ein Bauchgefühl, und das sagt ihr, dass Wal Timmy noch lebt.
Obacht gehm!
Manchmal sind es Kleinigkeiten, an denen man merkt, aus der Zielgruppe gefallen zu sein. Bei Nordbayern.de war es jetzt die Überschrift „Leeres Konto droht – auch du in Gefahr?“ Abgesehen vom Duzen und vom billigen Clickbait hätte ich halt in so einem Fall gerne auch noch ein Verb. Vorschlag zur Güte: Leeres Konto droht – du aufpassen tun!