Alternative Fakten zum Frankenschnellweg

Der Ausbau des Frankenschnellwegs ist eines der Beispiele, wie Lokalpolitik und Lokalpresse Hand in Hand arbeiten. Genutzt hat die geballte Betonphalanx trotzdem nichts. Das immer unsinniger werdende Großprojekt verzögert sich weiter. Da kann man natürlich mal mit einem dieser derzeit angesagten Faktenchecks nachhelfen. Der stand heute in der gedruckten NZ und auch online auf Nordbayern.de. So weit, so bekannt.

Nun hat das Bündnis gegen den Frankenschnellweg die angeblichen Fakten teilweise widerlegt. Und plötzlich verschwindet der kritisierte Beitrag kommentarlos aus dem Netz.

Jetzt darf man mutmaßen, ob das eine Wende symbolisiert oder nur internen Kompetenzverteilungen geschuldet ist. Der ehemalige Grünen-Vorsitzende Ralph Hofmann hat daraufhin eine öffentliche Entschuldigung gefordert. Darauf dürfte er wahrscheinlich vergeblich warten.

Hier die (leicht gekürzte) Stellungnahme des Bündnis gegen den Frankenschnellweg:

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Nürnberg: „Stadt der Sprüche“

Wieder einmal ist es die Angst, provinziell zu sein, die Nürnberg erst richtig privinziell rüberkommen lässt. Da teilt man sich mit dem Konkurrenten um den Kulturhauptstadttitel den (teuren) Berater, nur um ja nichts falsch zu machen. Und dann kommt der auch noch mit einem Strategiepapier rüber, das so ziemlich jede verbale Nebelkerze aufgreift, die im … Weiterlesen

Stadt Nürnberg haut versehentlich eine Million raus

Versehentlich eine Million Euro ausgeben. Kann passieren. Dir und mir, natürlich nicht. Wir haben nicht so viel. Der Stadt Nürnberg aber schon. Obwohl die angeblich auch nicht so gesattelt ist.

Von dieser Mehrausgabe habt ihr in euren Lokalmedien bislang nichts gelesen. Vielleicht war der Betrag zu popelig. Vielleicht war es den Kollegen auch peinlich, dass ihrem Idol, unserem Analog-Uli, auch mal ein Fehler unterläuft. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die Wählergemeinschaft „Die Guten“ nur eine semi-professionelle PR-Abteilung besitzt.

Hätten die da Experten sitzen, die wären längst damit hausieren gegangen, dass es nur ihrer beispiellosen Initiative zu verdanken ist, wenn jetzt für städtische Wohnungsbaudarlehen eine Million Euro mehr zur Verfügung steht. Der Wohnungsmangel in Nürnberg ist schließlich evident und da kann man mit einer solchen Meldung durchaus Punkte machen.

Ich habe erst jetzt durch die, ansonsten gern verteufelten, sozialen Netzwerke davon erfahren, dass bei den jüngsten Haushaltsberatungen die Stadtratsmehrheit versehentlich für den Guten-Antrag gestimmt und damit eine Million Euro zusätzlich genehmigt hat.

Berichtenswert ist der Vorgang auch jetzt noch. Belegt er doch, wohin ein auf Zeit- und Arbeitsökonomie getrimmter Parlamentarismus selbst auf unterster Ebene führt. Wobei ich freilich zugeben muss: Mich haben die ausufernden Haushaltsdebatten als Berichterstatter seinerzeit auch genervt, weshalb ich froh war, dass unser Analog-Uli da für Beschleunigung gesorgt hat. Nun hat es ihn deshalb mal kurz aus der Kurve getragen.

Etwas Entschleunigung scheint also vonnöten.

So gestimmt solltet ihr euch noch den lesenswerten Bericht des Guten-Stadtrats Stephan Grosse-Grollmann zu den Nürnberger Haushaltsberatungen reinziehen. Hier ist er in voller Länge (das Baby wurde von mir verlinkt):

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Das war´s dann mit der Innovation

Der mehr oder weniger geordnete Rückzug im Nürnberger Presseverlag geht weiter. Nach dem Sonntagsblitz verschwindet nun auch Samson, und damit der Versuch, mit einem qualitativ höher wertigen Magazin, Geld im Internet zu verdienen. Wie schon bei anderen Verlagen hat sich das nicht gerechnet. Zum einen, weil die Bezahlmodelle generell nicht funktionieren, zum anderen weil die … Weiterlesen

Beim Leser abgeblitzt

Zu wenig Wertschätzung, mangelnde Ehrfurcht, fehlender Respekt vor den Autoritäten: Auch die großen Player im Mediengeschäft haben darunter zu leiden. Gerade erst wurden die Ergebnisse des gemeinsamen Recherchepools von Bayerischem Rundfunk und Nürnberger Nachrichten kaum (abgesehen von einem Onlineartikel und dem Beitrag hier im Vipraum) oder nur auf Bestellung goutiert. Und auch die Resonanz auf … Weiterlesen

Politik mit der Narrenkappe

Während alles auf die sich hinziehenden Jamaika-Verhandlungen blickt, werden anderweitig die eigentlichen politischen Weichen gestellt. Selbst die für sowas sonst so empfängliche CSU scheint vor lauter Personalgerangel nicht mitbekommen zu haben, dass sich hier eine Vakanz ergeben hat, die nun von einem politischen Gegner besetzt wird. Da war die Union früher schon mal fitter. Als … Weiterlesen

Bild.de muss auf Gesichtserkennung verzichten

Während viele hochrangige Politiker der Bildzeitung und dem Springer-Verlag aus der Hand fressen, zeigt ein Nürnberger Professor, dass es auch anders geht. Florian Gallwitz ist Experte für Gesichtserkennung. Ein Thema, das – nach vielen anderen – jetzt auch bild.de entdeckt hat. Den um ein Interview nachfragenden Reporter ließ der Professor an der Technischen Hochshcule Nürnberg … Weiterlesen

Meinungsvielfalt in der Mäusewelt

Im Bahnumfeld lebt Print noch. Irgendwie. Wer nicht gerade im ICE unterwegs ist, muss sich seine Nachrichten im Zug noch auf gedrucktem Papier einholen. Das erklärt vielleicht, warum es mit dem WLAN in der Bahn so lange dauert. Da gibt es eben noch andere Interessen als die der bahnfahrenden Laptop-Besitzer. Die gute alte Printwelt gibt … Weiterlesen

Wie uns die SPD für dumm verkauft

Und schon wieder stieren alle nur auf die AfD. Dabei wäre ein Blick auf die SPD im Augenblick viel interessanter. Da wird nämlich genauso gefaked und jetzt so getan, als sei einstige Machtgeilheit purem Altruismus und selbstlosen Einsatz für das Land gewichen. Dabei wissen die SPDler ganz genau, dass harte Einschnitte drohen und hinter den … Weiterlesen

Städtische WLAN-Tricksereien

Wenn der Druck von oben fehlt, geht bei einer Einrichtung wie der Stadt Nürnberg offenbar gar nichts. Da ist dann der Amtsleiter oft noch analoger als der Uli. Bezeichnend waren da die Berichte über die „digitale Transformation“ in den Kultureinrichtungen und am Bildungscampus. Da fehlt es praktisch an allem. Aber Kulturhauptstadt werden wollen! Andererseits führt … Weiterlesen