Vipmail 567

Wenn das Grauen sprachlos macht – Schafkopf entdeckt

Servus mitnander,

Ende der Achtziger reimte Andreas Dorau noch: „Das ist Demokratie, langweilig wird sie nie.“ Seit einiger Zeit versuchen die Nürnberger Nachrichten, das Gegenteil zu beweisen. Durch Dauererwähnung wird da die Demokratie auf ein Podest gestellt, aber halt nur als Begriff. Mit dem kann man dann zwar auf LinkedIn und bei der Beförderung Punkte machen, aber Leben haucht man ihm so nicht ein. Jetzt hat die, auch schon von der früheren Kulturbürgermeisterin praktizierte Politik der leeren Hülle zudem ihren sandsteinernen Ermöglichungsplatz gefunden, im alten Gauleiterhaus. Da gibt es erst einmal nur den Raum, der irgendwie gefüllt werden soll. Womit genau, weiß der Geier. Ich fürchte, da kommt „ein Abend mit Renate Schmidt und Günther Beckstein“, „Julia Lehner interviewt Herfried Münkler“ oder „Anette Röckl trifft Bernd Regenauer“ dabei raus. Eventuell schaut auch mal Joachim Gauck vorbei.

Würde sich gerne mal überraschen lassen, euer Peter Viebig

Am Trittbrett

Auf dem Trittbrettf der Münchner Olympiabewerbung hofft Nürnberg auf Ruhm und Geldregen. Zumindest darauf, dass es jetzt mit dem neuen Stadion endlich flutscht. Da München aber erst 2040 oder 2044 dran ist und das auch nur vielleicht, bewegt sich da wohl erst einmal nichts.

Kostenverdoppelung 1

In Würzburg scheint es auch ohne Olympia noch Geld für Investitionen zu geben. Obwohl sich die Projektkosten mittlerweile mehr als verdoppelt haben, soll die Multifunktionsarena nun endlich gebaut werden. Gegner planen jetzt allerdings einen Bürgerentscheid.

Kostenverdoppelung 2

Mit dem Ausbau der A3 haben sich auch die Kosten für die Werbetreibenden erhöht. Statt 35.000 Euro soll die Gemeinde Hannberg nun 70.000 Euro für die zwei braunen Sightseeing-Schilder zahlen, die Autofahrer in die drittgrößte deutsche Kirchenburg locken sollen. Zu teuer für Hannberg. Dann werbe ich halt hier aweng. Schaut euch die Anlage an, die ist interessant.

Sparsames Reden

Im Erlanger Rathaus kursiert eine „Sparliste des Grauens“. Als die vorgestellt wurde, herrschte im sonst so redseligen Stadtrat Schweigen. Nach dem Motto: Wer nicht auffällt, wird beim Sparen eventuell vergessen.

Umstiegsopfer

Kaum hatte inFranken vorgerechnet, wie schnell sich der Umstieg auf ein E-Auto rechnet, musste es auch schon vermelden, dass Bosch in seinem Nürnberger Werk 900 Stellen streichen will. Dort werden Komponenten für Verbrennerfahrzeuge hergestellt.

Der Alte tut`s noch

Die Stiko (die Älteren erinnern sich) empfiehlt aktuell, sich gegen Corona impfen zu lassen. Und zwar gegen die neueste Variante. Eine Nürnbergerin wollte dieser Empfehlung folgen. In der Praxis sagte man ihr aber, erst müsse der alte Impfstoff verbraucht werden, bevor es den neuen gibt.

R-E-S-P-E-C-T

Anders als die Nachbarstadt Erlangen macht sich Fürth bei der Michaelis-Kirchweih nicht mit einer schwarzen Song-Liste lächerlich. Da appelliert der OB einfach an das Gespür für ein respektvolles Miteinander.

Traubentourismus

Die Weinlese in Franken brachte diesmal deutlich weniger Ertrag als früher. Eine Preiserhöhung für Frankenwein gibt der Markt aber nicht her. Jetzt soll der Weintourismus die Ausfälle kompensieren.

Besser spät als nie

Zu den Kulturgütern, die die Welt den Franken zu verdanken hat, gehört auch das Schafkopfen. Dass das Spiel erst jetzt Einzug auf dem Nürnberger Altstadtfest hält und der Turnierveranstalter dabei auch noch seinen eigenen Mut bewundert, befremdet da schon ein bisschen.

Schreibe einen Kommentar