Alt & forever jung – Tot & noch aweng lebendig

Servus mitnander,
während unsere Obermuftis lieber die Frage „wer wird die neue Grüßauguste?“ ausdebattieren würden, müssen sie sich nun mit der Jugend beschäftigen (ob das ohne Randale auch passiert wäre, daran habe ich leider Zweifel). Da ich in der Verwandschaft gleich mehrere Erstklässler habe, tue ich das auch. Dabei habe ich festgestellt, dass die seit Schuljahresbeginn alle Smartwatches besitzen, was angeblich auch auf ihre Klassenkameraden zutrifft. Mit der Uhr zählen sie nun Schritte, lernen telefonieren und Akkus laden oder wechseln Zifferblätter wie die Weltmeister. Wenn da die Muftis irgendwann mal mit ihrem Social-Media-Verbot rumkommen, dürfte diese Jugend längst ganz woanders sein.
Forever young ist halt auch nur ein Wunschtraum vom alten Bob Dylan, euer Peter Viebig
Behaim rotiert im Grab
Die Schüler des Nürnberger Martin-Behaim-Gymnasiums haben besonders gute Gründe unzufrieden zu sein. Statt – wie angekündigt – drei müssen sie wohl sechs Jahre das marode Provisorium in Langwasser besuchen. Milde und Verständnis zeigt die Schulleitung dennoch nicht. Vielmehr eskaliert sie völlig wegen eines Transparentes gegen die Wehrpflicht. Erst wurde die Feuerwehr gerufen und dann wurden angeblich auch noch DNA-Spuren gesichert.
Ergebnisverbesserung?
Euphemismen erzeugen können sie bei Schaeffler offenbar besser als zukunftsfähige Produkte. Im Zuge eines „Ergebnisverbesserungsprogramm“ soll allein in Höchstadt die Hälfte der Belegschaft gehen. Mitgeteilt wird ihr das in einem „Townhall-Meeting“. Wobei die schlechten Nachrichten eh schon aus den Medien bekannt waren.
Zuviel KI, zuwenig Strom
Wegen ihres immensen Wasser- und Stromverbrauchs wenden sich in den USA selbst ehemalige Trump-Wähler gegen den Bau von KI-Rechenzentren. Bei uns lässt man sich da noch blenden. Dass Anthropic seine Pläne, in Neuhof an der Zenn ein Rechenzentrum zu errichten, erst einmal zurückstellen muss, liegt nur daran, dass Playmobil im benachbarten Dietenhofen ebenfalls ein Rechenzentrum plant und die N-Ergie dann nicht mehr genug Strom zur Verfügung stellen kann.
Ein Dränla für Elke
Wer, wie ich, häufiger in der Adlitzer oder Marloffsteiner Gastronomie unterwegs war, ist ihr bestimmt mal begegnet. Elke Sommer war in Franken dahamm, aber eben auch Hollywood-Star. Trotzdem hat sie es nicht geschafft, den Ausdruck Brunsruum für die harntreibende Steckrübe nachhaltig im fränkischen Wortschatz zu verankern. Ihr Tod treibt uns dennoch ein Dränla in die Augen.
Klotzen statt sparen
Manche Beschlüsse sind schlecht gealtert. Zum Beispiel der für die aufwändige Sanierung des Forchheimer Rathauses. Die dürfte in wenigen Monaten abgeschlossen sein. Den Eindruck, dass da dringend jemand sparen muss, hat man am Forchheimer Rathausplatz jedenfalls nicht.
Oper statt Kita
In Nürnberg sollen Eltern pro Monat 100 Euro mehr für den Kindergarten zahlen. Dafür können sie vielleicht bald zwei Opernhäuser gleichzeitig besuchen.
Attrappendenkmal
Bis nächsten Sommer muss die Mühlgasse in Stein bei Nürnberg gesperrt werden. Grund: Der baufällige Schornstein der alten Bleimühle soll abgetragen und durch eine Attrappe ersetzt werden. So will es der Denkmalschutz. Kosten: 800.000 Euro.
Alibitherapie?
Im Recollectio-Haus in Münsterschwarzach sollten eigentlich katholische Kirchenmitarbeiter, denen Missbrauch vorgeworfen wurde, auf den rechten Weg gebracht werden. Inzwischen deutet sich an, dass man es hier nicht ganz so ernst genommen hat. Involviert ist dabei auch Bestsellerautor Anselm Grün.
Kinder müssen weichen
Ratten am Nürnberger Aufseßplatz, wer hätte das erwartet? Nun muss auch noch der Spielplatz dort gesperrt werden, weil der Lago di Aufseß zum Rattenparadies avanciert ist.
Das ferne Gratisland
Die Mainfranken-News glauben offensichtlich, an der Elfenbeinküste müsse man im Supermarkt nicht bezahlen.