Eigene Sachen – Gemeinsame Feinde – Wohnen im Verlag

Servus mitnander,
früher gab es mal die Rubrik „in eigener Sache“. Da beschäftigte sich die Zeitung – dezent im hinteren Teil des Blattes platziert – ab und zu mit sich selber. Der Rest war unserer Sache gewidmet, der Sache der Leser. Der Leser war schließlich König. Dafür musste er 25 Mark im Monat zahlen und das zahlte er meistens gern. Diese Woche erfuhr der NN-Leser, dass er künftig 69,90 Euro für das Abo berappen soll. Ebenfalls in dieser Woche durfte er auf der gesamten Seite 3 lesen, dass zwei „Edelfedern“ der Nürnberger Nachrichten vor Publikum „aus dem Nähkästchen“ plauderten. Unter anderem erfuhr er, dass die eine Feder Fan von Gianna Nannini ist. Dass so der Eindruck entsteht, die ganze Zeitung sei mittlerweile ein „in eigener Sache“ und das Leserinteresse komme nur noch versteckt hinten im Lokalteil vor, wundert da nicht.
Lasst den Scheiß, rät euer Peter Viebig (der nächste Woche mal eine Pause einlegt,; unter anderem um sich mit diesem Scheiß zu beschäftigen).
Schlaflos in Bamberg
Beim Fränkischen Tag driftet die „eigene Sache“ mittlerweile ins Pathologische. Weil der Bamberger Stadtmarketing-Chef den FT öfter mal kritisierte, schlägt der mit allem, was „die vierte Gewalt“ noch hergibt, zurück. Im Augenblick geht es darum, ob und wie oft das FT-Feindbild in Bamberg schläft.
Im Feind vereint
Apropos Feindbild: Da hat der Maggus „die Grünen“ inzwischen durch „die Linke“ ersetzt.
Danke, dass Sie rauchen
Söders aus Weißdorf (Landkreis Hof) stammender Parteikollege Heiko Hain hat im Bundestag dazu aufgerufen, weiterhin Glimmstängel zu kaufen, sonst sei die Erhöhung der Tabaksteuer nämlich für die Katz.
Roter Teppich
Der Kanzler rollte dieser Tage internationalen Investoren den roten Teppich aus. Geplant ist unter anderem eine Partnerschaft mit Nvidia. Eine solche gibt es allerdings schon: in Erlangen.
Kunst und Körperlichkeit
Weil ihm Machtmissbrauch vorgeworfen wurde, ist der Präsident der Nürnberger Musikhochschule zurückgetreten. Die Begleitumstände zeigen, dass da auch strukturell einiges im Argen liegt.
Verlage zu Wohnungen
Der bislang auf Telefonbücher spezialisierte Müller-Verlag reagiert auf den digitalen Wandel und die Wohnungsnot. Im Verlagshaus in Nürnberg-Thon werden nicht mehr benötigte Büroflächen in Wohnungen umgewandelt. Darüber berichten die NN wohlwollend. Ganz so, als ginge sie das nichts an.
Miss Doro und ihr Chauffeur
Die Egelsbacher Bundesministerin fällt mal wieder unangenehm auf. Diesmal wegen Vetternwirtschaft bei der Einstellung ihres Chauffeurs.
Nimm´s mit Humor
Die Bahn hat es vorgemacht und mit humorig gemeinten Filmchen von eigenen Unzulänglichkeiten abgelenkt. Jetzt zieht die VAG nach. Am lustigsten ist dabei bislang der Titel: „What the VAG?“.
Neue Rankings
Städterankings bringen offenbar Klicks, weshalb immer neue Kategorien gefunden werden. Erlangen liegt in punkto Müdigkeit ganz vorne und Hof ist gar Eisregen-Hauptstadt.