Berch ohne Rosi – Nachwuchs bei den Heiligen

Servus mitnander,
in der Schloßkirche im oberfränkischen Steinberg scheinen sie diesmal besonders laut zu ihrem Schutzheiligen St. Pankratius gebetet zu haben. Der ist einer der fünf Eisheiligen, und die waren in diesem Mai gefühlt mindestens zu zehnt. Bei uns unkten manche schon, die fränkische Toskana müsse in fränkisches Sibirien umbenannt werden. Aber, good news, laut Wetterochs wird schon morgen alles wieder besser, da geht´s dann Richtung Äquatorialguinea.
Schöne Pfingsten wünscht euer Peter Viebig
Abhängiger Journalismus
Wie einfach man aus der Dorfdeppen-Ecke zur seriösen Wahloption avancieren kann, demonstrierten die Nürnberger Nachrichten in ihrer Wochenendausgabe. Da wurde den Freien Wählern fast die gesamte Seite 2 zur Eigenwerbung freigeräumt, und auf Seite 1 erfuhr man auch warum. Sie setzen sich inzwischen für eine Digitalabgabe ein, um den lokalen „Qualitätsjournalismus“ zu stärken.
Schlechtes Vorbild
Obwohl die Finanzlage prekär ist, leistet sich die Stadt Erlangen einen zusätzlichen Bürgermeister (warum die Grünen da mitmachen, erfahrt ihr hier). Dabei haben sie mittlerweile sogar in Berlin geschnallt, dass erstmal selber sparen („leading by example“) ein Weg sein könnte, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.
Freundschaft auf Eis
Zum 250. Geburtstag der USA wollte die Army in der Katterbach-Kaserne bei Ansbach ein großes Fest mit den Einheimischen feiern und damit etwas für die gerade etwas kriselnde deutsch-amerikanische Freundschaft tun. Jetzt wurde das gemeinsame Fest abgesagt. Die US Army bleibt lieber unter sich. Schuld ist die „Weltlage“.
Wundersames Fürth
Wenn sonst nichts los ist: Fürth geht immer. Aktuell sorgt dafür das Kleeblatt (hat sich doch noch in die Relegation gerettet). Aber auch die Unfallhäufung auf der Zirndorfer Brücke kann man noch mal aufwärmen, obwohl die Brücke seit November für den Autoverkehr gesperrt ist.
Koks statt Alk?
Mit oft seltsamen Fragen versuchen die Zeitungsseiten auf Social Media regelmäßig, die Leser ein bisschen einzubinden. Während der Fränkische Tag wissen wollte, ob Deutschland angesichts des neuerlichen Debakels weiter beim ESC mitmachen soll, fragten die Nürnberger Nachrichten, ob Kokain ein Thema bei der Bergkirchweih ist. Auslöser war die Beobachtung eines Berggängers, der letztes Jahr drei Typen mit weißen Nasen aus der Toilette kommen sah. Bloß, was soll man auf solche Leserfragen antworten? „Auf dem Berg nehme ich auch gern mal eine Nase“ etwa?
Umbenennung
Die Nase anderweitig voll hat der – vorzugsweise in Franken gastierende – Circus Corona. Jahrelang habe es wegen des Namens Spott und Beschimpfungen gegeben. Künftig soll der Circus daher „Fratelli“ heißen. Nun muss man allerdings darauf hoffen, dass nicht, wie einst bei Papst Franziskus, jemand moniert, „Fratelli“ sei nicht geschlechtsneutral.
Berch ohne Rosi
Von hiesigen Radiosendern wurde einst nicht nur „Bodo Ballermann“ vom gerade 80 gewordenen Udo Lindenberg auf den Index gesetzt, sondern auch „Skandal im Sperrbezirk“ von der Spider Murphy Gang. Letzteres Stück findet sich Jahrzehnte später auf der Liste jener Lieder, die nach dem Willen der Stadt Erlangen nicht auf der heute beginnenden Bergkirchweih gespielt werden sollen.