Nürnberg rudert rückwärts – Satte Ballgewinne

Servus mitnander,
anlässlich der 555. Ausgabe der Vipmail würde ich euch ja gerne einen Schnaps ausgeben, sogar meinen Lieblingsschnaps, den naturtrüben Willi. Aber zum einen geht das online (noch?) nicht so gut, zum anderen will die Bundesregierung mit einer Erhöhung der Alkoholsteuer ihre Finanzprobleme lösen, weshalb ich meine Vorräte zusammenhalten muss.
Inständig um Verzeihung bittend grüßt euer Peter Viebig
Sonne scheint auch in Mittelfranken
Am Sonntag wurde in Treuchtlingen der Tag der Franken gefeiert und die neue Mittelfrankenstrophe des Frankenlieds vorgestellt. Unter anderem mit den Zeilen: „Die Sonne scheint vom Hesselberg zur Kaiserburg hinüber. Durch’s Altmühltal bis Rothenburg geht mir das Herz gleich über.“ Bei mir ist es eher die Galle angesichts solch dröger Betulichkeit. So langweilig ist Mittelfranken schließlich auch nicht.
Langeweile-Comeback
Auf Nürnberg trifft das bekanntlich nur bedingt zu. Neuester Beleg ist die Absage des Rathausclubbings. Zunächst waren dazu alle 18-jährigen aus Nürnberg eingeladen worden. Dann wurde die Veranstaltung wegen Finanznot plötzlich abgesagt. Dazwischen lag der Bürgerentscheid zum Frankenschnellweg. Offenbar hatten im Rathaus einige gehofft, das sauteure Retroprojekt endlich beenden zu können.
Spät entdeckte Eleganz
Während im Nürnberger Verlagshaus seit Jahren irgendwelche „Online-Koryphäen“ mit immer neuen Buzzwords die alten Printler piesacken, überrascht uns dieses Verlagshaus nun mit einer Hymne auf die gedruckte Zeitung („es gibt nichts Eleganteres“). Retro also auch hier?
Paar aufs Maul
Während sich unser fränkischer Ex-Kanzlerschaftsaspirant Karl-Theodor zu Guttenberg einerseits als dankbares Opfer körperlicher Züchtigungen („ein paar aufs Maul sind eine gute Grundschulung“) verkauft, treibt er andererseits mit Leuten wie Peter Thiel den Umbau der Gesellschaft voran. Für beides braucht er übrigens eine Fensterglasbrille, denn ohne die schaut er angeblich dumm aus.
Dirndlträgerin gesucht
In Nürnberg laufen bereits die Vorbereitungen fürs Herbstvolksfest. Dafür wird eine Volksfestkönigin gesucht. Die soll freundlich, leutselig und dirndltauglich sein. Erlangen würde da eine Genderdebatte lostreten. Nürnberg gibt sich stattdessen die Kante. Grund dafür könnte inzwischen auch der Bund sein. Der stellt nun doch kein Geld für ein NSU-Dokumentationszentrum zur Verfügung. Dass Chemnitz bereits eines hat, reißt da auch noch alte Wunden auf.
Ball und Rubel rollen
Nachdem der Fußnall-WM sowohl die deutsche Mannschaft als auch die Seriosität abhandengekommen sind, wenden wir uns lieber der weniger geldgeilen zweiten Liga zu. Äh, Moment! Der einst ruhmreiche FCN macht aus Transfererlösen gerade Rekordgewinne. Dass dabei wieder mal etliche Leistungsträger abgegeben werden müssen, ist halt die Kehrseite. Demnächst vielleicht in Augsburg zu besichtigen.
…und am Ende gewinnt: Adidas
Die zwei Auftaktsiege der deutschen Nationalmannschaft haben gereicht: Trotz V-Mangels konnte Adidas dreimal so viele Trikots verkaufen wie bei der Katar-WM. Auch den Umstieg des DFB zu Nike kann man – wie hier nicht erwähnt – mit einem Lächeln wegstecken, soll doch Jürgen Klopp neuer Bundetrainer werden, und der ist Markenbotschafter des Herzogenauracher Unternehmens.