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Servus mitnander,
der Bornierte verwendet gerne Anglizismen, wenn er modern rüberkommen will. Die Zeitungsverleger etwa bezeichnen sich jetzt auch als „Digital-Publisher“. Aktuell werden die Bablischer allerdings wieder mal vorgeführt. Erinnern wir uns halt lieber an die guten alten Zeiten, aus denen viele Redakteure heute noch ihr Selbstwertgefühl beziehen. 
Demnächst dann im Freilandmuseum:         Euer    Peter  Viebig

Fisch stinkt auch am Schwanz

Bei den Parteien sind gerade die Transferfenster geöffnet. In Nürnberg wird da einiges an schmutziger Wäsche gewaschen. Zum Beispiel, dass das Schweigen der zuständigen Kulturreferentin zum Abriss von Bauhausarchitektur durch eine Parteispende  erkauft wurde. Auch das, was der von der CSU zu den Freien Wählern gewechselte „Querdenker“ (so werden offenbar all jene genannt, die nicht 1:1 das Parteiprogramm runterbeten) Joachim Thiel aus den Kreisvorstandssitzungen berichtet, raubt einem jeden Glauben, in diesen Parteienstrukturen könnte sich irgendwas bessern. 
Dass man bei den Freien Wählern seine Ablöse (bis zu 6000 Euro) selber zahlen muss, um auf die Liste zu kommen, passt leider auch ins Bild.

Sinkendes Schiff? 

Einen Vereinswechsel der anderen Art gab es im Landkreis Rhön-Grabfeld. Dort trat ein römisch-katholischer Priester zu den Altkatholiken über.

Am Tropf

Dass die Politik selbst auf lokaler Ebene nur Erfüllungsgehilfe höherer Mächte ist, diesen Schluss legt eine am Montag gesendete ARD-Reportage nahe. Als Beispiel diente dabei die finanziell am Tropf von Brose-Chef Michael Stoschek hängende Stadt Coburg.

Gans zu

Unabhängig von Brose darf Coburg im November nicht mehr „gans offen“ sein. Nur ein bisschen an die Martinsgans erinnern, sei eventmäßig doch aweng weng, meint die Gewerkschaft verdi, die auch anderenorts die inzwischen zur reinen Konsumveranstaltungen verkommenen Verkaufssonntage aufs Korn nehmen will.

Waldsterben 2.0

Eigentlich galt dieser Baum immer als widerstandsfähig und genügsam. Jetzt machen auch die Schwarzkiefern, wie  hier bei Würzburg, wegen der Trockenheit flächendeckend die Grätsche.

Gefährliche Ausweichroute

In der Fürther Straße in Nürnberg hat sich erneut ein schwerer Unfall ereignet. Dass diese Straße ein Unfallschwerpunkt ist, liegt vor allem an deren Unübersichtlichkeit und an überhöhter Geschwindigkeit. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung wird es dennoch nicht geben. Sollte nämlich der Frankenschnellweg doch noch ausgebaut werden, wird die Fürther Straße als einzige Ausweichroute dringend benötigt. Ein weiterer Grund, diesen teuren und unsinnigen Ausbau abzulehnen!

Bamberg bröckelt

Das Weltkulturerbe wird gerade kaputt saniert. Genauer gesagt werden in Bamberg alte Häuser von angeblichen Denkmalschützern dem Verfall preisgegeben. Das hat dann auch Auswirkungen auf die Nachbarschaft. In der sitzt beispielsweise das Pub „Stilbruch“ und dort fühlt man sich derzeit von der Stadt Bamberg ziemlich allein gelassen.

Von wegen Vorsorge!

Wer hingegen mit Peanuts auf dem Immobilienmarkt Altersvorsorge betreiben will, der schaut gerne mal in die Röhre und muss vor Gericht schauen, wenigstens noch ein paar Notcents zu retten. Das Publikumsinteresse an dem Verfahren um die Hochhäuser in Nürnberg-Neuselsbrunn war dann aber doch nicht so groß, dass es den Umzug in die Meistersingerhalle gerechtfertigt hätte. Jetzt wird im Justizpalast weiterverhandelt. Der war schließlich selbst für internationale Kriegsverbrecherprozesse ausreichend.

Exhibis in der Backfiliale

Die Aschaffenburger Panoramatoilette ist zu Netzruhm gelangt. Eine Bäckerei (wobei das in dem Fall eher ein Euphemismus ist) hat ihr stilles Örtchen genau hinter eine Schaufensterscheibe platziert. Inzwischen wurde die Scheibe abgeklebt.

Erfolgsfans

Sich in Franken als FC-Bayern-Fan zu outen, da gehört Chuzpe dazu. In Nürnberg brunzen sie zwar nicht mehr an jedes Münchner Auto. Dafür werden in Geroldsgrün FCB-Fahnen regelmäßig abgeholzt. Mitleid ist dennoch unangebracht. Der Uli kommt bestimmt für den Schaden auf. 

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